FAQs

Hier finden Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen zu Ihrer Mitarbeiter- oder Selbständigenvorsorge.

 

Grundsätzliche Fragen zur Abfertigung Neu

 

Für wen gilt die Mitarbeitervorsorge?

Die Mitarbeitervorsorge (= Abfertigung Neu) gilt für privatrechtliche Dienstverhältnisse mit Anstellungsbeginn nach dem 31. Dezember 2002.

Ab wann gilt die Abfertigung Neu?

Seit dem 1. Jänner 2003 ist das Mitarbeitervorsorgegesetz und somit die "Abfertigung Neu" in Kraft. Von diesem Stichtag an sind für alle neu eingestellten Mitarbeiter Abfertigungsbeiträge zu entrichten.

Wer zahlt wieviel?

Arbeitgeber bezahlen 1,53 % der Bruttolohnsumme - einschließlich Urlaubs- und Weihnachtsgeld - in die Mitarbeitervorsorge. Die Beitragszahlung beginnt ab dem zweiten Monat und läuft bis zum Ende des Arbeitsverhältnisses.

Was passiert während Krankheit und Präsenzdienst?

Für Zeiten von Krankheit, Präsenz- und Zivildienst muss der Arbeitgeber die Beiträge weiter leisten. Bemessungsgrundlage ist für Zeiten des Präsenz- und Zivildienstes das Kinderbetreuungsgeld (als fiktive Bemessungsgrundlage).

Was passiert während Kinderbetreuungszeiten und anderen Karenzzeiten?

Während der Kinderbetreuungszeiten, der Bildungs- und Hospizkarenz werden die Beiträge vom Familienlastenausgleichsfonds bezahlt.

Mütter werden in der Mitarbeitervorsorge also nicht benachteiligt.

Wer bestimmt welche Betriebliche Vorsorgekasse (BVK) gewählt wird?

In Betrieben mit Betriebsrat erfolgt die Auswahl der Vorsorgekasse durch den Arbeitgeber und dem Betriebsrat gemeinsam.

In Unternehmen ohne Betriebsrat wählt der Arbeitgeber die Vorsorgekasse und informiert die Mitarbeiter. Wenn mindestens ein Drittel der Arbeitnehmer schriftlich Einspruch gegen die ausgesuchte Vorsorgekasse erhebt, muss der Arbeitgeber einen neuerlichen Vorschlag unterbreiten.

Wer profitiert besonders von der Mitarbeitervorsorge?

Saisonarbeitskräfte, flexible Arbeitnehmer, die auch eine Kündigung in Betracht ziehen, Arbeitnehmer in kurzzeitigen Dienstverhältnissen und Lehrlinge.

Kann ich meinen Anspruch in der Mitarbeitervorsorge verlieren?

Ihr Abfertigungsanspruch kann nicht verfallen - auch bei Selbstkündigung. Fraglich ist lediglich, ob Sie über die Anwartschaft auch verfügen dürfen.

Was passiert bei Wiederanstellung?

Wird innerhalb eines Zeitraumes von 12 Monaten ab dem Ende eines Arbeitsverhältnisses mit demselben Mitarbeiter erneut ein Arbeitsverhältnis abgeschlossen, setzt die Beitragspflicht sofort mit dem ersten Monat ein. Sind seit dem Ende des letzten Dienstverhältnisses mehr als 12 Monate vergangen, ist der erste Monat wieder beitragsfrei.

 

Fragen zum Wechsel in die Abfertigung Neu

 

Wie kann ein Arbeitnehmer in die Mitarbeitervorsorge umsteigen?

Arbeitnehmer, die vor dem 31.12.2002 bereits im Unternehmen beschäftigt waren, können im Einvernehmen mit dem Arbeitgeber einen Voll- oder Teilübertritt in das neue System vereinbaren.

Wann ist es sinnvoll umzusteigen?

Im Wesentlichen handelt es sich hierbei um die Entscheidung „Spatz in der Hand oder Taube auf dem Dach“, denn meist bekommt man in Abfertigung Alt höhere Beträge. Die Frage ist nur, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, Abfertigung Alt tatsächlich zu erhalten. Laut Studien der Arbeiterkammer kommen nur 15% der Arbeitnehmer pro Jahr und nur 30% sämtlicher Arbeitnehmer in ihrem gesamten Erwerbsleben in den Genuss. Vor allem bei jungen Arbeitnehmern ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie in einem einzigen Unternehmen in Pension gehen, sehr gering.

Deshalb sind hier sehr individuelle Überlegungen anzustellen und jeder sollte für sich seine berufliche Zukunftsplanung überdenken:
Es ist sinnvoll, eine Vergleichsrechnung anzustellen, deren Ergebnis sehr von der noch verbleibenden Zeit bis zur Pensionierung abhängen wird.

Was geschieht mit dem bestehenden Anspruch aus dem alten Abfertigungsrecht?

Bestehende Abfertigungsanwartschaften können entweder im alten System eingefroren oder in die Mitarbeitervorsorge übertragen werden. Die Höhe des übertragenen Betrages wird zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer vereinbart.

Ist der Übertragungsbetrag höher als der gesetzliche/kollektivvertragliche Anspruch, muss die Differenz als Einkommensbestandteil versteuert werden.

Gibt es Untergrenzen für den Übertragungsbetrag?

Für den Übertragungsbetrag sind im Betrieblichen Mitarbeiter- und Selbständigenvorsorgegesetz (BMSVG) keine Mindestgrenzen determiniert, d.h. eine Übertragung zwischen 0 und 100% wäre theoretisch möglich. Da aber in sämtliche Vertragsverhältnisse die Regelungen des ABGB einfließen, ist auch hier darauf Bedacht zu nehmen, die Sittenwidrigkeit nicht zu verletzen (§871 ABGB). Dies wäre nach überwiegender Rechtsmeinung dann der Fall, wenn dem Arbeitnehmer, der Altabfertigungsanwartschaften erworben hat, weniger als 50% davon übertragen werden. Würde der Arbeitgeber weniger als 50 % übertragen, hätte der Arbeitgeber faktisch die Möglichkeit, seine Arbeitnehmer nach der Übertragung sehr „günstig zu kündigen“.

Wie sieht die steuerliche Behandlung im Vergleich aus?

In beiden Systemen ist die Abfertigung mit 6 % zu versteuern!

Wie sieht die Hinterbliebenenabsicherung im Vergleich aus?

In Abfertigung Alt haben Ehepartner und minderjährige Kinder Anspruch auf 50 % der Abfertigung. Sind keine Anspruchsberechtigten vorhanden verfällt die Abfertigung.

In der Abfertigung Neu wird die gesamte Abfertigung an die/den Ehepartner und Kinder (soweit Anspruch auf Familienbeihilfe besteht) ausgezahlt.

Die gesetzlichen Erben müssen innerhalb von 3 Monaten ab dem Tod des Begünstigten den Auszahlungsanspruch geltend machen.

 

Fragen zur Auszahlung

 

Beendigung des Arbeitsverhältnisses - Was muss ich tun?

Wird das Arbeitsverhältnis beendet, müssen Sie selbst nicht aktiv werden.

Sofern Auszahlungsanspruch besteht, sendet Ihnen die Vorsorgekasse automatisch ein Verfügungsschreiben an Ihre Wohnadresse, die Sie zuletzt bei Ihrem Arbeitgeber angegeben hatten.

Endet ein Arbeitsverhältnis ohne Auszahlungsanspruch (z.B. Selbstkündigung) versendet die Kasse kein Schreiben. Das Abfertigungskapital bleibt beitragsfrei in der Vorsorgekasse.

Wann besteht Auszahlungs- bzw. Verfügungsanspruch?

Eine Auszahlung ist ab 36 Beitragsmonaten (auch bei verschiedenen Arbeitgebern) und entsprechender Beendigungsart des Arbeitsverhältnisses möglich.

Folgende Beendigungsarten führen beim gleichzeitigen Vorliegen von 36 Beitragsmonaten zur Verfügungsmöglichkeit:

  • Kündigung durch den Arbeitgeber
  • einvernehmliche Lösung
  • berechtigter vorzeitiger Austritt
  • ungerechtfertigte Entlassung

Folgende Fälle führen, unabhängig von der Einzahldauer, zur Verfügungsmöglichkeit:

  • Pensionsantritt
  • Tod des Arbeitnehmers

Die Abfertigung wird mit 6 % Steuerabzug ausgezahlt.

Neben der Auszahlung können Sie alternativ folgende steuerbegünstigte Verfügungsmöglichkeiten wählen:

a) Verfügung vor Pensionsantritt:

  • Weiterveranlagung in der bisherigen Vorsorgekasse
  • Übertragung in die Vorsorgekasse des neuen Arbeitgebers
  • Überweisung in eine Zusatzpensionsversicherung
  • Übertragung in die bestehende Pensionskasse oder Betriebliche Kollektivversicherung

b) Verfügung bei Pensionsantritt:

  • Überweisung in eine Zusatzpensionsversicherung
  • Übertragung in die bestehende Pensionskasse oder Betriebliche Kollektivversicherung

Bei Beendigung des Dienstverhältnisses vor Pensionsantritt muss die Verfügung innerhalb von sechs Monaten nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses schriftlich an die Vorsorgekasse bekannt gegeben werden. Senden Sie innerhalb von sechs Monaten keine Mitteilung, bleibt das Kapital beitragsfrei in der Vorsorgekasse.

Welche Vorteile hat die Auszahlung der Mitarbeitervorsorge als Zusatzpension?

Der Bezug der Rente ist steuerfrei. Darüber hinaus sparen Sie 6 % Lohnsteuer und 4 % Versicherungssteuer.

Die Zusatzpension kann ab dem Pensionsantritt bezogen werden.

Kann der Abfertigungsanspruch vererbt werden?

In Abfertigung Neu wird die Abfertigung an Ehepartner und Kinder (soweit für die Kinder Anspruch auf Familienbeihilfe besteht) ausgezahlt. Die Auszahlung ist binnen drei Monaten gegenüber der Vorsorgekasse schriftlich geltend zu machen. Die Aufteilung des Kapitals erfolgt dabei zu gleichen Teilen.

Melden sich binnen drei Monaten keine anspruchsberechtigten Personen, fällt die Abfertigung in die Verlassenschaft und kann somit in diesem Fall vererbt werden.

Kann das eingezahlte Kapital auch weniger werden?

Die Betriebliche Vorsorgekasse hat die gesetzliche Verpflichtung, auf die vom Arbeitgeber geleisteten Beiträge eine Kapitalgarantie zu gewährleisten. D.h., der Mindestanspruch des Arbeitnehmers bezieht sich auf den vollen Einzahlungsbetrag (1,53% vor Abzug der Kosten). Eventuelle Veranlagungsverluste, die dazu führen, dass die vollen 1,53% nicht ausgezahlt werden können, hat die BVK selbst zu tragen.

Woraus setzt sich mein Kapital in der Abfertigung Neu zusammen?

Summe der Beiträge
+ eventuelle Übertragungsbeträge bei Vollübertritten
+ Veranlagungserträge
-  Kosten
= Abfertigungsbetrag

Wovon hängt ab, wie viel mir am Ende meiner Karriere oder bei zwischenzeitlicher Auszahlung zusteht?

Der Anspruch in der Mitarbeitervorsorge ist abhängig von den Beiträgen und Kapitalerträgen, die über die Veranlagung in der Mitarbeitervorsorgekasse erzielt werden.

Ist von den Veranlagungserträgen KEST zu bezahlen?

Nein. Die Mitarbeitervorsorge ist während der Einzahlungs- und Liegephase gänzlich steuerfrei. Lediglich bei der Barauszahlung fallen, wie bei Abfertigung Alt, 6 % Lohnsteuer an. Auch die 6 % Lohnsteuer kann durch die Wahl der steuerfreien Zusatzpension gespart werden.

 

Fragen zur Betrieblichen Vorsorgekasse

 

Wer verwaltet die Abfertigung Neu?

Die Betrieblichen Vorsorgekassen (BVKs) verwalten und veranlagen das Kapital. Zur Gewährleistung der Rechtssicherheit werden die Beiträge vom Unternehmer an die zuständigen Krankenversicherungsträger geleistet, die den Betrag an die entsprechende BVK weiterleiten.

Ist das Abfertigungskapital sicher veranlagt?

Die Vorsorgekasse hat die gesetzliche Verpflichtung, auf die vom Arbeitgeber geleisteten Beitrag eine Kapitalgarantie zu gewährleisten.

Es gibt strenge Veranlagungsvorschriften und ein genaues Aufsichts- und Prüfsystem, um ein möglichst hohes Maß an Sicherheit zu gewährleisten.

So dürfen zum Beispiel maximal 40 % der Arbeitgeberbeiträge in Aktien veranlagt werden.

Wie hoch sind die Kosten der Vorsorgekasse?

Erlaubt sind bis zu 3,5 % der laufenden Beiträge für die Prämieneinhebung und pro Jahr ein Prozent des veranlagten Kapitals für die Verwaltung.

Die Valida Plus AG verrechnet nur 1,5 % der Abfertigungsbeiträge.

Die Valida Plus AG stellt jährlich eine Vermögensverwaltungsgebühr in Höhe von 0,7 % des veranlagten Kapitals in Rechnung.

Dieser Prozentsatz deckt alle diesbezüglichen Kosten und Barauslagen ab.

Was passiert bei Konkurs der Betrieblichen Vorsorgekasse?

Die Ansprüche des Arbeitnehmers sind gesetzlich als Sondervermögen definiert und fallen dadurch nicht in die Konkursmasse. Die reibungslose Auszahlung des vollen Anspruches ist damit gesetzlich garantiert.

 

Organisatorische Fragen

 

Wie weiß ich, wie hoch mein angespartes Kapital bereits ist?

Sie erhalten in der Mitarbeitervorsorge jährlich eine kostenlose Kontonachricht über Ihren persönlichen Vermögensstand. Diese wird grundsätzlich ab dem Bilanzstichtag der Betrieblichen Vorsorgekassen (31.12.) jeweils für das vorangegangene Jahr verschickt, sobald der Arbeitgeber die Beitragsgrundlagen gemeldet hat (diese stellen die Basis für die Kontoinfos dar).

Alternativ haben Sie die Möglichkeit, sich für unser Online-Portal zu registrieren und folgende Vorteile zu nutzen:

  • Ständiger Zugriff auf Ihre aktuellen und früheren Kontoinformationen
  • Informationen zu Ihren Vertragsdaten
  • Informationen zur Veranlagungsstrategie und Veranlagung Ihres Guthabens
  • Laufend aktuelle Information zu Ihrer betrieblichen Vorsorge
  • Aktuelle Kontoinformationen auch für beitragsfreie Zeiten und Jahre, in denen die Beiträge unter 30 Euro lagen.

Zur Nutzung des Online-Portals müssen sie sich einmalig unter www.vk-service.at/valida registrieren. Den dazu erforderlichen Zugangscode finden Sie auf der ersten Seite Ihrer Kontoinformation. Falls Sie diese nicht zur Hand haben, können Sie den Code unter +43 1 546 22-569 erfragen.

Der Zugriff auf Ihre persönlichen Daten ist selbstverständlich mittels Benutzeridentifikation und PIN-Code geschützt.

Welche Möglichkeiten habe ich, mich über aktuelle Aspekte zum Thema Betriebliche Vorsorge auf dem Laufenden zu halten?

Aktuelle Neuigkeiten können Sie jederzeit auf unserer Homepage unter www.valida.at abrufen.

Zusätzlich können Sie sich über unseren Newsletter bequem via Mail informieren lassen. Melden Sie sich hier zum Newsletter an.

Wenn Sie sich Ihre Fragen lieber telefonisch beantworten lassen freuen sich unsere Mitarbeiter unter +43 1 546 22-569 auf ein Telefonat mit Ihnen!

Informationen zur Veranlagung finden Sie auch auf Ihrer Kontoinformation bzw. über Ihren persönlichen, durch PIN-Code gesicherten, Internetzugang.

Wie kann ich mein Abfertigungsguthaben in einer Betrieblichen Vorsorgekasse zusammenführen?

Wie die Zusammenführung Ihrer Konten bei unterschiedlichen Betrieblichen Vorsorgekassen funktioniert, erfahren Sie in unserem Video: